PISA 2009 - weiterhin geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede

Das Deutsche Institut für Internationale pädagogische Forschung (DIFP) hat den Gesamtbericht "PISA 2009 - Bilanz nach einem Jahrzehnt" vorgelegt. Er verzeichnet eine insgesamt positive Entwicklung im deutschen Bildungssystem. Allerdings konnten geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede nicht nivelliert werden: Mädchen erbringen noch immer deutlich bessere Leistungen im Lesen, Jungen haben bessere Noten in Mathematik.

Jugendliche mit Migrationshintergrund konnten sich seit PISA 2000 im Lesen deutlich verbessern. Nach wie vor bleibe jedoch der starke Rückstand von Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine große Herausforderung für die Bildungspolitik. Die Lesekompetenz von Jugendlichen türkischer Herkunft hat sich im Vergleichszeitraum leicht verbessert. Jugendliche, deren Eltern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR stammen, haben beim Lesen deutliche Fortschritte erzielt. Die Unterschiede zu Schülern ohne Migrationshintergrund haben sich damit reduziert, trotzdem liegen die Leseleistungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund jedoch um ein Schuljahr zurück.Es gebe zwar viele Materialien und Initiativen, aber noch zu wenige systematisch entwickelte und evaluierte Fördermaßnahmen, so das DIPF.

Insgesamt gesehen ist Deutschland einer der wenigen OECD-Staaten, dessen Bildungssystem sich im vergleich zu PISA 2000 durchgängig positiv entwickelt hat. Die Leseleistungen haben sich deutlich verbessert. Dennoch liegt der Anteil der schwachen Leserinnen und Leser immer noch bei 18,5 Prozent. Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Jugendlichen liegen deutlich über dem OECD-Durchschnitt.

Eckhard Klieme u.a. (Hrsg.): PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt. Waxmann 2010, 308 Seiten, 24,90 Euro. www.waxmann.com

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