Vorzeitiger Schulabgang von Jungen und Mädchen

Bei der Vermeidung von Schulabbrüchen sind familiäre Ressourcen von zentraler Bedeutung. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), die auf Erhebungen zur schulischen Leistungsbilanz von Jugendlichen in Italien basiert.


Die Untersuchung der Situation in Italien zeigt geschlechtsspezifische Zusammenhänge zwischen vorzeitigem Schulabbruch und dem sozialen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler. Jungen beenden auch in Italien wesentlich häufiger vorzeitig die Schule als Mädchen. Für das Schulabgangsverhalten spielen die ökonomischen, kulturellen und sozialen Ressourcen der Familien eine wesentliche Rolle.


Die Geschlechterdifferenz ist bei Kindern von Eltern mit geringer Bildung besonders stark ausgeprägt. Mit zunehmendem Bildungsniveau der Eltern nimmt dagegen das Risiko eines vorzeitigen Schulabgangs stark ab. Daraus ergibt sich der Untersuchung zufolge, dass familiäre Ressourcen insbesondere für Jungen eine hohe Schutzfunktion haben.


Maßnahmen zur Verbesserung der schulischen Leistungen von Jungen sollten sich daher weniger auf das Geschlecht selbst konzentrieren, sondern eher auf den Mangel an sozialen Ressourcen, mit dem die Schüler konfrontiert seien, so die Untersuchung.


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Camilla Borgna/ Emanuela Struffolino
Schule und das Push`n Pull. Vorzeitiger Schulabgang unter Mädchen und Jungen in Italien.
In: WZB Mitteilungen 155, März 2017, S. 41-45
www.wzb.eu/de/publikationen/wzb-mitteilungen


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