Tagungsreihe | Gendersensible Schul- und Unterrichtsentwicklung

Auch-Jungen-wollen-koennen_3_12-09-13Die Auftaktveranstaltung zur Tagungsreihe "Auch Jungen wollen können - Bausteine einer gendersensiblen Schul- und Unterrichtsentwicklung" des Niedersächsischen Kultusministeriums im September 2013 stieß bei Lehrkräften auf großes Interesse. In der Aula der Tellkampfschule in Hannover beschrieb Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Bedeutung der Jungenförderung als Baustein zur gendersensiblen Ausgestaltung von Schule und Unterricht. "Es soll nicht die Mädchenförderung von der Jungenförderung abgelöst werden. Vielmehr müssen wir die Individualität der Schülerinnen und Schüler stärker in den Blick nehmen, um das Stichwort Gendersensibilität mit Leben zu füllen", so die Kultusministerin.


Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die "Zukunftsoffensive Bildung", mit der die Landesregierung ab 2014 deutliche Entlastungen für Lehrkräfte plane: Unter anderem werden Gymnasialklassen verkleinert, das Unterstützungssystem für die Schulen verstärkt und der Etat für Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte verdreifacht. Die schulische Sozialarbeit soll gestärkt werden.


Auch in der Lehrkräfte-Ausbildung sind Veränderungen geplant. Perspektivisch soll sie sich nicht mehr nur an der Schulform, sondern an den Altersstufen der Schülerinnen und Schüler orientieren.


Auch-Jungen-wollen-koennen_6_12-09-13Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland (rechts im Bild) befasste sich anschließend in ihrem Vortrag mit dem Ziel, Gendersensibilität durch Lehrkräftebildung zu erreichen. Die Dramatisierung von Geschlecht als Kategorie berge dabei die Gefahr, Stereotype eher zu verstärken als tatsächlich Veränderungen zu bewirken. Die Referentin führte aus, wie in schulischen Interaktionen Doing Gender im Umgang mit Jungen praktiziert wird.


Auch-Jungen-wollen-koennen_5_12-09-13Olaf Jantz vom Verein mannigfaltig e.V. (links im Bild) hob in seinem Vortrag hervor, dass kulturelle Vorerfahrungen und besondere Interessen und Herangehensweisen von Jungen nicht als Defizite, sondern als Ressourcen gesehen werden müssten, um ihnen in Schule und Unterricht wertschätzend begegnen zu können. Das negative Selbstbild von Jungen im Kontext Schule blockiere ihre Lernbereitschaft, so der Diplom-Pädagoge.


Die vorgestellten Thesen wurden mit den Teilnehmenden und einem fachkundigen Podium diskutiert, an dem neben Kultusministerin Frauke Heiligenstadt auch ein Grundschullehrer, ein Schülervertreter und ein Mitglied des Elternrates teilnahmen. Moderatorin war Marina Kormbaki von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.


Regionalworkshops der Tagungsreihe "Auch Jungen wollen können"



Fotos: Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.


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Informationen des Niedersächsischen Kultusministeriums


Zukunftsoffensive Bildung


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