Gender Mainstreaming in der Schule?

Übertragen auf den Bereich Schule bedeutet Gender Mainstreaming, die Gender Perspektive in allen Bereichen des Lernens und Lehrens, im alltäglichen Handeln sowie in der organisatorischen Ausgestaltung zu berücksichtigen mit dem Ziel, geschlechtergerechtes Unterrichten und Lernen zu ermöglichen. Jungen und Mädchen sollen in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Kompetenzen wahrgenommen werden, um ihre Potenziale zu nutzen und zu fördern, und um einengenden Geschlechtsrollenzuschreibungen entgegenzuwirken.

Die Gender Perspektive bezieht sich auf z.B.

  • Unterrichtsmaterialien: Inwieweit werden in Schulbüchern und Arbeitsmaterialien Geschlechtsrollen festgeschrieben?

  • Interaktion: Inwieweit werden - bewusst oder unbewusst - von Jungen und Mädchen geschlechtstypische Verhaltensweisen erwartet, verstärkt oder abgelehnt?

  • Lernfelder: Inwiefern haben Mädchen und Jungen zu bestimmten Unterrichtsfächern einen spezifischen Zugang (z.B. Naturwissenschaften, Informationstechnologie)?

  • Didaktik und Methoden: Wie kann es gelingen, Mädchen und Jungen entsprechend ihrer Entwicklungsphasen und Interessenlagen für Lernfelder zu interessieren und ihnen einen Zugang zu eröffnen? Wie kann man Unterricht so gestalten, dass keine Benachteiligungen für eines der Geschlechter entstehen, wenn z.B. die Zugangsweisen sehr unterschiedlich sind?

  • Lebensplanung und Berufswahl: Welche Weichen stellt Schule für das Erwachsensein und die Geschlechtsrollenidentität? Mädchen entscheiden sich immer noch vorrangig für "weibliche" Berufe im Dienstleistungsbereich mit geringer Bezahlung und begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten. Wie kann Schule dieser Entwicklung entgegensteuern und im Berufswahlunterricht mit Informationen und Überlegungen neue Wahlmöglichkeiten eröffnen?
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