Was ist Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ist eine Strategie, um Entscheidungsprozesse in einer Organisation im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter zu verändern. Sie betrifft alle Organisationen und Institutionen, die politische Entscheidungen treffen oder mit ihrer Arbeit gesellschaftspolitische Weichen stellen (z.B. Verwaltung, Schulen, Gesundheitswesen). Mit der Strategie des Gender Mainstreaming soll formulierten Zielsetzungen wie Chancengleichheit, Gleichstellung und Geschlechterdemokratie zur besseren Umsetzung verholfen werden. Mehr

Gender Mainstreaming in der Schule?

Übertragen auf den Bereich Schule bedeutet Gender Mainstreaming, die Gender Perspektive in allen Bereichen des Lernens und Lehrens, im alltäglichen Handeln sowie in der organisatorischen Ausgestaltung zu berücksichtigen mit dem Ziel, geschlechtergerechtes Unterrichten und Lernen zu ermöglichen. Jungen und Mädchen sollen in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Kompetenzen wahrgenommen werden, um ihre Potenziale zu nutzen und zu fördern, und um einengenden Geschlechtsrollenzuschreibungen entgegenzuwirken. Mehr

Gender in Schule und Unterricht

Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum. Schule ist ein soziales System, in dem Doing Gender, die soziale Konstruktion von Geschlecht in der Interaktion, eine bedeutende Rolle spielt. Schule stellt eine Lebenswelt dar, in der die Ausgestaltung von Geschlechterverhältnissen stattfindet wie in jedem anderen Lebensraum. Hier werden geschlechtliche Identität und Geschlechtsrollen von Schülerinnen und Schülern erlernt und erworben. Mehr

Doing Gender

Gender - das soziale und kulturelle Geschlecht - ist eine gesellschaftliche Konstruktion. Geschlechtsrollenverhalten wird von klein auf gelernt und durch die Rollenerwartungen des Umfelds bestärkt. Das Denken in zwei Geschlechtern hat in jedem Menschen Vorstellungen und Erwartungen zur Folge, wie das eigene oder das andere Geschlecht zu sein oder sich zu verhalten hat. Diese Vorstellungen sind ein gestaltendes und prägendes Element in der Interaktion und Kommunikation. "Geschlechtsneutrales" Verhalten gibt es nicht. So wird Gender als soziale Konstruktion im Alltag ständig hergestellt. Dieser Prozess wird auch als 'Doing Gender' bezeichnet.