Studie zur Medienkompetenz | Jugendliche mögen keine Rollenklischees in Kinofilmen

Klassische Rollenstereotypen in Kinofilmen werden von Jugendlichen schnell erkannt und wenig beachtet. Geschlechterrollen, die jenseits der gängigen Inszenierungen neue Profile entwerfen, stoßen auf wesentlich größeres Interesse. Dies ist ein Ergebnis der umfangreichen Studie "Medienkompetenz und Jugendschutz IV". Sie wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Kooperation mit dem Jugendministerium Rheinland-Pfalz durchgeführt.


An der Studie nahmen 517 Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 15 Jahren teil. Untersucht wurde die Wirkung von vier Kinofilmen mit einer FSK Freigabe ab 12 Jahren: der Science-Fiction-Blockbuster "Die Tribute von Panem" das Neonazi-Drama "Kriegerin", die Tragikomödie "Dirty Girl" und der Superheldenfilm "Chronicle - wozu bist du fähig?".


Eine differenzierte Darstellung von Geschlechterrollen war den teilnehmenden Mädchen und Jungen wichtig. Doch auch die (Film-) Rolle von Eltern in der Wahrnehmung ihrer Fürsorgeaufgabe ist für die Heranwachsenden besonders bedeutsam, auch wenn die dargestellten Verhältnisse zwischen den Generationen defizitär sind. Mit großer Empathie beschäftigten sie sich mit Filmfiguren, die auf der Suche nach Mutter oder Vater sind, die von ihnen abgelehnt, vernachlässigt oder gar misshandelt werden.


"Filme haben eine herausragend identitätsstiftende Funktion für 12- bis 15-Jährige und leisten einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie können helfen, Aggressionen und Ängste zu überwinden, Verständnis zu vermitteln und Kompromisse zu finden. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass Jugendliche lernen, sich vor Inhalten zu schützen, die ihnen schaden könnten", fasste Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz, die Ergebnisse der Studie zusammen.


Die Studie belege, dass Filme identitätsstiftend wirken. Festzustellen sei der Abbau von Vorurteilen, die Flexibilisierung der Geschlechtsrolleninterpretation sowie die alle Gruppen umgreifende kosmopolitische Überformung jeglicher Gruppenidentität, so Prof. Dr. Jürgen Grimm, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Wien, der die Studie wissenschaftlich geleitet hat.


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Medienkompetenz-und-Jugendschutz-IV

Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz / Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK / Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH (Hrsg.):
Medienkompetenz und Jugendschutz IV. Körper, Geschlecht, soziale Identität. Welche Rolle spielen Filme für die Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen?


Wiesbaden Januar 2014


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