Medienkompetenzförderung in Bildung und Familie

Digitale Medien prägen heute Kindheit und Jugend wie nie zuvor. Medienerziehung und Medienbildung brauchen deshalb einen festen Platz in den Familien sowie in den Bildungs- und Betreuungsstrukturen für Kinder und Jugendliche. Das ist das Fazit des Medienkompetenzberichts, den das Bundesfamilienministerium im Juli 2013 gemeinsam mit der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) in Berlin vorgestellt hat.


Der Bericht geht von einem Medienkompetenzbegriff aus, der die drei Dimensionen "Wissen" (Kenntnisse über Strukturen, Funktionen sowie instrumentelle Fertigkeiten), "Bewerten" (Fähigkeit zur Analyse und Beurteilung der Strukturen, Angebote und des eigenen Handelns) und "Handeln" (selbstbestimmte Handhabung von Medien zur aktiven Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben) umfasst.


Einige Ergebnisse:


  • Die zentrale Herausforderung bei der Entwicklung von Medienkompetenz besteht darin, alle Sozialisationsinstanzen - von der Familie über Kindertagesstätte, Schule, Peergroup bis zur Jugendarbeit - dabei zu unterstützen, ihre je eigene Aufgabe bei der Medienkompetenzentwicklung zu erkennen und wahrzunehmen.
  • Die Familie begleitet Medienerfahrungen und Medienerziehung zentral und kontinuierlich. Der gesellschaftliche und gesetzgeberische Anspruch an die Medienerziehungskompetenz von Eltern ist daher groß. Notwendig ist der Ausbau lokaler Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen und Grundschulen als Anlaufstelle für direkte niedrigschwellige Beratungsangebote für Eltern.
  • Schulen stehen bei der Medienkompetenzvermittlung und Medienbildung vor komplexen Aufgaben: Es geht um Bildungsqualität und Lernkultur, Teilhabemöglichkeiten, Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden, die Ausbildung von Werten, aber auch um Prävention und Risikomanagement. Die systematische Einbettung von Medienbildung und Medienkompetenzvermittlung in das Unterrichts-, und Schulgeschehen ist weiter ein Entwicklungsfeld.
  • Die Erklärung der Kultusministerkonferenz zur "Medienbildung in der Schule" aus dem Jahr 2012 ist ein wichtiger Schritt, um länderübergreifend gute Rahmenbedingungen zur Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung an Schulen zu schaffen. Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Medienbildung und Medienkompetenzvermittlung aus medienpädagogischer Perspektive hat auch die bundesweite Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" (KBoM) formuliert.
  • Eine Herausforderung besteht darin zu klären, in welchen Kooperationen und mit welchen Strukturen und Ressourcen gute Ansätze der aktiven Medienarbeit weitergeführt werden können. Die Schulkonzepte der Ganztagsschulen könnten hier einen Beitrag leisten, so der Bericht.
  • Medienkompetenzförderung gehört zunehmend in das Aufgabenprofil des pädagogischen Personals im Kontext der frühkindlichen Erziehung, der Schulen, aber auch der außerschulischen Jugendarbeit. Durch entsprechende Aus- und Weiterbildung muss sichergestellt werden, dass dieses medienpädagogische Anforderungsprofil vom gegenwärtigen und zukünftigen pädagogischen Personal auch erfüllt werden kann.
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Medienkompetenzbericht-2013

Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.):
Medienkompetenzförderung für Kinder und Jugendliche
Berlin 2013


Download unter
www.bmfsfj.de/publikationen


Projektdatenbank medienpädagogischer Angebote unter
www.medienkompetenz
bericht.de


Pressemitteilung des BMFSFJ unter www.bmfsfj.de


Stellungnahme der GMK zur Förderung der Medienkompetenz unter
www.gmk-net.de