JIM-Studie 2016

Im Rahmen der JIM-Studie 2016 wurden 12- bis 19-Jährige in Deutschland zu ihrem Medienumgang und zum Freizeitverhalten befragt. Dabei zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede in den Gewohnheiten und Vorlieben von Mädchen und Jungen. Die befragten Jugendlichen gaben unter anderem auch Auskunft über Regelungen in Bezug auf Handynutzung in der Schule.


Mit 94 Prozent dürfen fast alle Befragten ihr Handy mit in die Schule nehmen, dort ist die Nutzung dann aber unterschiedlich reglementiert. Zwei Fünftel dürfen ihr Mobiltelefon zwar mit in die Schule nehmen, dort dann aber prinzipiell nicht benutzen. Ein Drittel der Befragten darf das Handy in der Schule nur in den Pausen nutzen und nur 22 Prozent der Schülerinnen und Schüler dürfen ihr Handy gezielt im Schulunterricht für den Unterricht einsetzen.


Insgesamt verbringen Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 19 Jahren in Deutschland durchschnittlich 92 Minuten an einem Wochentag mit ihren Hausaufgaben (mit und ohne Computer bzw. Internet), Mädchen investieren mit 106 Minuten deutlich mehr Zeit als Jungen (78 Minuten). Knapp die Hälfte ihrer Lern- und Hausaufgabenzeit arbeiten die 12- bis 19-jährigen Schülerinnen und Schüler jeden Tag zuhause am Computer oder im Internet für die Schule.


Bei ihren Freizeitaktivitäten mit und ohne Medien haben Mädchen und Jungen verschiedene Vorlieben. So besitzen 58 Prozent der Jungen, aber nur 32 Prozent der Mädchen eine feste Spielekonsole. 83 Prozent der Jungen, aber nur 43 Prozent der Mädchen nutzen täglich oder mehrmals pro Woche Computer, Konsolen, Tablets oder Handys zum digitalen Spielen.


Hilfe bei Problemen mit der Internetnutzung holen sich Jugendliche vor allem bei den Eltern, aber auch bei Freundinnen und Freunden. Lehrerinnen und Lehrer werden selten um Rat gefragt.


Als liebste Internetangebote nannten Jungen und Mädchen Youtube und WhatsApp, wobei Jungen Youtube deutlich den Vorzug gegenüber WhatsApp gaben, während Mädchen beides etwa gleich gern nutzen.


Zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten ohne Medien gehören Treffen mit Freundinnen und Freunden und Sport treiben. Hier sind Mädchen aktiver als Jungen. Beim Lesen unterscheiden sich die Vorlieben ebenfalls: 46 Prozent der Mädchen und 30 Prozent der Jungen lesen täglich oder mehrmals pro Woche Bücher, dagegen sind nur 23 Prozent der Mädchen regelmäßige Tageszeitungsleserinnen, gegenüber 30 Prozent der befragten Jungen.


Die höchste Glaubwürdigkeit haben bei widersprüchlicher Berichterstattung in verschiedenen Medien die Tageszeitungen (41 Prozent), mit Abstand gefolgt vom Fernsehen (24 Prozent). Dem Radio würden nur 18 Prozent der Jugendlichen vertrauen, das Internet sehen 15 Prozent als glaubwürdige Informationsquelle, wobei Mädchen hier deutlich skeptischer sind als Jungen.


Die JIM-Studie wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgegeben, einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Kooperationspartnerin bei der JIM-Studie ist die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).


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JIM_2016

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.):
JIM-Studie 2016. Jugend, Information, (Multi-)Media.
Stuttgart 2016
Informationen und Download der Studie unter www.mpfs.de