Geschlechterrollen

Im gemeinsamen Schulalltag bilden Mädchen und Jungen geschlechtstypische Rollen und Verhaltensweisen aus.

Mädchen stecken eher zurück, wo sie in Konkurrenz mit den Jungen geraten. Besonders in männlich dominierten Fächern wie Naturwissenschaften und Sport zeigen sie ein geringer ausgeprägtes Selbstbewusstsein, unterschätzen ihre Fähigkeiten und trauen den Jungen mehr zu. Mädchen wird oft ein höheres Maß an Kooperationsfähigkeit sowie mehr soziale und persönliche Kompetenz zugeschrieben.

Jungen geben sich selbstbewusster und dominieren oft den Unterricht. Sie neigen eher zu Verhaltensauffälligkeiten und dazu, Konflikte mit körperlicher Gewalt auszufechten. Unter einem starken Druck, männliche Überlegenheit zu demonstrieren, geraten sie häufiger unter Stress, wenn sie diesen Rollenerwartungen nicht gerecht werden können. Das konkurrierende Verhalten geht zu Lasten des Erwerbs sozialer Kompetenzen, die als weiblich abgewehrt werden.

Gerade in letzter Zeit ist die Schuldebatte von der Frage geprägt, welches der beiden Geschlechter stärker benachteiligt ist. Fest steht: sowohl Mädchen als auch Jungen sind in ihrer Geschlechtsrollenidentifikation eingeengt und Zwängen unterworfen, wenn auch mit jeweils unterschiedlichen Konsequenzen. Beide Geschlechter brauchen Unterstützung, um die in ihnen angelegten Potentiale entfalten zu können und ein breites Spektrum sozialer Fähigkeiten und intellektueller Leistungsmöglichkeiten zu erwerben.

Die Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen im Unterricht kann dazu beitragen, Wahrnehmung und Sensibilität für das scheinbar Normale und Selbstverständliche herzustellen, Akzeptanz und Verständnis füreinander zu entwickeln sowie im Lernen voneinander Rollenvorstellungen zu erweitern. Mädchen sollten sich als weiblich und Jungen als männlich verstehen können, ohne dass daraus zugleich Vor- oder Nachteile erwachsen.

Links zum Thema

  • www.medium-ev.de
    MEDIUM e.V. Institut für geschlechtsbezogene Bildung, Sozialpädagogik und Forschung mit Sitz in Göttingen und Hannover. Bietet die Durchführung, Begleitung und Beratung von pädagogischen Projekten mit geschlechtsbezogener Perspektive an.

  • www.mannigfaltig.de
    Institut und Verein für Jungen- und Männerarbeit, Hannover

  • www.lag-juni.de
    Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen, Hannover

Literatur zum Thema

  • Kaiser, Astrid: "Praxisbuch für Mädchen- und Jungenstunden". Schneider Hohengehren. Baltmannsweiler 2001. 19 Euro. Für die Grundschule.

  • "Grundrechte. Mädchen und Jungen sind gleichberechtigt. Themenblätter für die Grundschule. Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), 2002"
    Anhand zweier illustrierter Szenen sollen Kinder sich mit den verschiedenen Rollen von Mädchen (Frauen) und Jungen (Männern) auseinandersetzen. Enthält 15 doppelseitige Arbeitsblätter und eine dreiseitige Lehrerhandreichung.

    Bezugsadresse für Bestellung: Franzis print & media GmbH, Postfach 15 07 40, 80045 München, F 089/ 5117-292, E-Mail:
    infoservice@franzis-online.de
    oder als pdf-Datei zum download.

  • "Mädchen sind besser - Jungen auch." Ergebnisse des Berliner Modellversuchs zur Förderung der sozialen Kompetenz von Mädchen und Jungen in der Grundschule, Band 1: Dokumentation eines Modellversuchs. Band 2: Curriculum, Spiele, Übungen. Paetec Verlag, Berlin, 1998, 12,95 Euro pro Band.

    Band 1 führt in die aktuelle Debatte um die reflexive Koedukation ein und präsentiert das gewaltpräventive Konzept von Mädchen und Jungengruppen. Band 2 enthält unterrichtspraktische Anregungen und Vorschläge zur Konfliktbewältigung.

  • Boldt, Uli: "Jungen stärken. Zur Modernisierung der Lebensentwürfe von Jungen", Wissenschaft und Technik, Berlin, 2000.
    Das Lese- und Arbeitsbuch zur arbeits- und geschlechterbewussten Bildung für Schüler im Alter von 14-17 Jahren enthält Informationen zur Berufs- und Lebensplanung von Jungen sowie zahlreiche Arbeitseinheiten und Aktionsspiele und didaktische Hinweise zum berufsorientierenden Unterricht.

  • Boldt, Uli: "Ich bin froh, dass ich ein Junge bin", Materialien zur Jungenarbeit in der Schule, Schneider Hohengehren, Baltmannsweiler, 2001, 16,00 Euro.
Zurück