Jungenpädagogik zwischen Tradierung und Veränderung

Empirische Befunde aus einer wissenschaftlichen Studie im Kontext des Projekts Neue Wege für Jungs bilden die Grundlage der Untersuchung von Männlichkeitskonzeptionen in und durch jungenpädagogische Angebote.


Den Hintergrund der Analyse bilden einige Kernsätze der praktizierten Jungenpädagogik oder Jungenarbeit: Jungenpädagogik ist Beziehungsarbeit und soziale Gruppenarbeit, die in geschlechtshomogenen Gruppen unter Anleitung männlicher Pädagogen geleistet wird. Sie setzt meist auf handlungs- und erlebnisorientierte Methoden.


Die empirische Studie untersucht jungenpädagogische Angebote im Kontext Schule und fragt, ob und wie Jungenpädagogik "alternative Erfahrungen" vermitteln kann, welche Rolle Jungenarbeiter als männliche Vorbilder spielen und in welchem Verhältnis zur Mädchenarbeit die Jungenpädagogik steht. Deutlich wird, dass Jungenpädagogik einerseits eng mit der Thematisierung von Geschlechterrollen und Stereotypen verbunden ist, in der Auseinandersetzung damit jedoch auch mit Schwierigkeiten und inneren Widersprüchen konfrontiert wird.


Die Studie zeigt auch Probleme auf, die sich in der Kooperation von Schule und Sozialpädagogik mit ihren unterschiedlichen engen bzw. größeren pädagogischen Freiräumen ergeben. Der Autor weist auf verschiedene Problemlagen der Jungenpädagogik hin und fordert insbesondere für den Schulunterricht die Entwicklung von Methoden, die einer zeitgemäßen Geschlechterpädagogik entsprechen.

Die Studie bietet einen aktuellen Einblick in die Gender-Thematik für Studierende pädagogischer Fachrichtungen.


Der Autor: Prof. Dr. Jürgen Budde ist Professor für die Theorie der Bildung, des Lehrens und Lernens an der Universität Flensburg


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Jürgen Budde
Jungenpädagogik zwischen Tradierung und Veränderung
Verlag Barbara Budrich
Opladen, Berlin, Toronto 2014

www.budrich-verlag.de