Berufswahl von Mädchen

Welche Berufe wählen Mädchen?
Die Berufswahl von Mädchen bewegt sich in einem sehr engen Spektrum. Sie wählen vorrangig traditionelle "weibliche" Ausbildungsberufe im Dienstleistungsbereich. 55% der weiblichen Auszubildenden konzentrieren sich auf die zehn am stärksten besetzten Ausbildungsberufe im dualen System: Arzt- und Zahnarzthelferin, die verschiedenen Kauffrauen-Berufe, Friseurin, Hotelfachfrau, Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk. Ein weiterer Teil der Mädchen wendet sich Berufsfachschulausbildungen im sozialpflegerischen Bereich oder in Assistenzberufen zu.

Die Wahl dieser Berufe bedeutet: unter dem Durchschnitt liegende Verdienstmöglichkeiten, von denen sich ein ökonomisch unabhängiges Leben allein nur schlecht oder die Versorgung einer Familie kaum finanzieren läßt. Zudem bieten diese Berufe nur geringe Aufstiegschancen. Trotz weiterhin guter Berufschancen sind Mädchen in IT-Ausbildungsberufen unterrepräsentiert.

Berufsfindung ist ein individuell sehr schwieriger Prozess, der von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird
Vorbilder, Familientraditionen, Vorstellungen, Wünsche und Ängste der Eltern spielen eine Rolle ebenso wie das eigene Selbstvertrauen und die Einschätzung der eigenen Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Für Mädchen stellt sich darüberhinaus bereits in der Schulzeit die Frage nach der zukünftigen Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie, insbesondere der Kindererziehung. Und nicht zuletzt stehen den Wünschen nach dem Traumberuf die Realitäten des Arbeitsmarkts gegenüber.

Genderorientierung kann Mädchen bei der Berufswahl neue Perspektiven zeigen
Schule kann mit geschlechtergerechten Angeboten zur Berufsorientierung Mädchen unterstützen. Sie kann dazu beitragen, Alternativen zu traditionellen Lebens- und Arbeitsentwürfen zu entwerfen. Dazu gehört, den Mädchen ein erweitertes Berufsspektrum zu zeigen, über neue Berufsbilder zu informieren, und zu vermitteln, dass auch in männlich dominierten Berufssparten Chancen liegen. Besuche bei Betrieben und Einrichtungen können es Mädchen ermöglichen, in direkten Kontakt mit unbekannten Arbeitsfeldern zu kommen und vor Ort ihre Fragen zu stellen.

Chancen und Risiken in der Berufswahl verdeutlichen
Berufe sollten nicht nur unter dem Aspekt der Aufgabenbereiche betrachtet werden, sondern auch

  • ob sie in Zukunft Beschäftigungschancen bieten,
  • wie es um Aufstiegsmöglichkeiten steht und
  • ob sie eine eigene finanzielle Absicherung ermöglichen.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Reflexion und das Bewusstmachen von gesellschaftlichen Rollenbildern und Vorurteilen. Was können Frauen und Männer und was wird von ihnen erwartet.

Lebensentwürfe reflektieren
Genderorientierter Berufswahlunterricht gibt Raum für die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensplanung. Hierzu gehören auch Befürchtungen, den Traumberuf nicht mit dem Wunsch nach Kindern und Familie zusammenbringen zu können. Mit der Berücksichtigung der Geschlechterperspektive in der pädagogischen Gestaltung und nicht zuletzt mit der Ermutigung, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu setzen, kann Schule eingeengten Lebens- und Arbeitsentwürfen von Mädchen entgegensteuern und einen wichtigen Beitrag leisten zur Chancengleichheit in Arbeitswelt und Gesellschaft.

Berufsbilder

  • www.Berufskunde.com
    Präsentiert Berufsbilder geordnet nach Alphabet, Berufsgruppen, Tätigkeiten und Materialien, mit denen man es in den Berufen zu tun hat. Mit Adressen für Niedersachsen.
  • www.bibb.de
    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Hier sind neben Berufsbildern auch umfangreiche Statistiken rund um das Thema 'Ausbildung' eingestellt.

Informationen der Bundesagentur für Arbeit

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