Regionalworkshop | 'Individuelle Lernentwicklung als Zugang zu einer gezielten Jungenförderung'

Zum dritten Regionalworkshop der Tagungsreihe Auch Jungen wollen können - Bausteine für eine gendersensible Schul- und Unterrichtsentwicklung hatte das Niedersächsische Kultusministerium am 12. März 2014 in die Wilhelm-Röpke-Schule nach Schwarmstedt eingeladen. Der Titel "Individuelle Lernentwicklung als Zugang zu einer gezielten Jungenförderung" beschreibt das Anliegen des Regionalworkshops. Denn der Schlüssel zum Bildungserfolg für Jungen und Mädchen liegt wesentlich in der Kontinuität des Lernprozesses.


Regionalworkshop-Lernentwicklung_12-03-14_Schwarmstedt_4"Jungen wollen nicht lernen - Jungen wollen können", fasste Olaf Jantz von mannigfaltig e.V. seine Erfahrungen aus Projekten der Jungen- und Männerarbeit im einleitenden Vortrag zusammen. Und das wirke sich nachteilig auf ihren Bildungserfolg aus. Jungen begnügten sich eher als Mädchen mit kurzfristigen Erfolgen im Unterricht und seien zu kontinuierlichem Lernen nicht leicht zu motivieren. Eine "Einladungskultur" der Unterrichtsgestaltung könne hier Brücken bilden. Das Ziel sei es jedoch, Schülern und Schülerinnen zu vermitteln, dass langfristig Lernerfolg in der Schule nicht ohne Anstrengung zu haben sei.


Regionalworkshop-Lernentwicklung_12-03-14_Schwarmstedt_5In zwei Workshops zur individuellen Lernentwicklung gaben Gabriele Bensch und Jens Hegerfeld ihre Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht und aus ihrer Fortbildungstätigkeit an anderen Schulen weiter. Wie können Schüler und Schülerinnen ihrem Leistungsstand entsprechend Zugang zu Unterrichtsthemen finden? Wie kann der Lernentwicklungsprozess begleitet werden? Vielfältige und kreative Methoden und Herangehensweisen erleichtern und individualisieren den Einstieg in ein neues Thema. Über kooperative Lernformen werden soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt und entwickelt.


Regionalworkshop-Lernentwicklung_12-03-14_Schwarmstedt_2Jungenförderung, so das Fazit in der Schlussrunde der Veranstaltung, ist im Rahmen individueller Unterrichtsgestaltung möglich, wenn Interessen von Jungen thematisch berücksichtigt und ihre Kompetenzen einbezogen werden. Dabei können auch Erfahrungen und Methoden aus der Mädchenförderung übertragen werden.


Zu Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung im Bereich Jungenförderung lud Dr. Andreas Müller vom Niedersächsischen Kultusministerium alle Lehrkräfte abschließend noch einmal ausdrücklich ein. Die Redaktion Gender und Schule veröffentlicht Praxisbeispiele, Projekte und Erfahrungsberichte aus Schulen gern.


Fotos: Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.


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Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für individuelle Lernentwicklung können erreicht werden über den Niedersächsischen Bildungsserver unter
www.nibis.de


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