Zukunftstag als Bestandteil der Beruflichen Orientierung in Niedersachsen

In Niedersachsen ist ein neugefasster Erlass zur Beruflichen Orientierung (BO) an den allgemein bildenden Schulen der Sekundarbereiche I und II in Kraft getreten. Die Berufliche Orientierung an Gesamtschulen und Gymnasien wird mit dem Erlass ausdrücklich gestärkt. Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen ist als eine Maßnahme zur Beruflichen Orientierung festgeschrieben, die im Rahmen des schulgesetzlichen Auftrags als Schulveranstaltung durchgeführt werden sollte.

Der jährlich bundesweit stattfindende Zukunftstag für Mädchen und Jungen stellt laut Erlass einen "besonderen Beitrag zur gendergerechten beruflichen Orientierung" dar. Er hat zum Ziel, dass Mädchen und Jungen Berufe kennenlernen, die vor dem Hintergrund tradierter Rollenzuweisungen für das eigene Geschlecht eher selten gewählt werden. Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 5 bis 9 sollen die Möglichkeit haben, an Veranstaltungen in Schulen, in Betrieben und anderen geeigneten Einrichtungen teilzunehmen, um Einblick in vermeintlich typische Berufe des jeweils anderen Geschlechts zu erhalten. Dabei ist zu beachten, dass getrennte Angebote für Mädchen und Jungen stattfinden. Die jeweiligen Aktivitäten sollen in geeigneter Weise durch die Schule vor- und nachbereitet werden.

Wird der Zukunftstag nicht als Schulveranstaltung durchgeführt, so können Schülerinnen und Schüler auf Antrag Angebote von Unternehmen und Institutionen wahrnehmen oder Mitglieder ihrer Familie oder ihres Bekanntenkreises an deren Arbeitsplatz begleiten.

Die Schule kann ihrer Verpflichtung zur Auseinandersetzung mit dem geschlechtsspezifisch geprägten Berufswahlverhalten im Rahmen ihres Konzeptes zur Beruflichen Orientierung beispielsweise auch im Projektunterricht, an Praxistagen sowie bei der Durchführung von Betriebspraktika nachkommen.

Der neue Erlass zur Beruflichen Orientierung sieht unter anderem mindestens 25 Praxistage an Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen vor. Bisher gab es für die Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen verpflichtend lediglich das Schülerbetriebspraktikum als Blockpraktikum mit mindestens 10 Schultagen. Neben Schülerbetriebspraktika können Praxistage für vielfältige berufsorientierende Maßnahmen genutzt werden. Dazu gehören Kompetenzfeststellungsverfahren, die Teilnahme am Zukunftstag, berufspraktische Projekte, die Arbeit in Schülerfirmen, Besuche von berufsbildenden Schulen oder Hochschulinformationstage und Bewerbungstrainings.

Alle Schulen sollen in Anlehnung an das vom Niedersächsischen Kultusministerium veröffentlichte Musterkonzept zur Berufs- und Studienorientierung ein fächerübergreifendes Konzept zur Umsetzung der Beruflichen Orientierung an der Schule unter Einbeziehung außerschulischer Partnerinnen und Partner erarbeiten.

Der nächste Zukunftstag für Mädchen und Jungen findet am 28.03.2019 statt.
Mehr dazu auch unter www.zukunftstag-fuer-maedchen-und-jungen.de

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