Leistungsentwicklung von Jungen und Mädchen im Blick behalten

Die Leistungen niedersächsischer Schülerinnen und Schüler in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern sind im Vergleich zu 2012 insgesamt stabil geblieben. Das geht aus dem "IQB-Bildungstrend 2018" hervor, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Oktober 2019 vorgelegt hat. Niedersachsen bewegt sich damit im Bundestrend, nach dem deutschlandweit nur in Einzelaspekten signifikante Veränderungen im Leistungsniveau der 9. Schuljahrgänge in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zu verzeichnen sind.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne wies in einer Stellungnahme auf die Notwendigkeit hin, die Leistungsentwicklung von Jungen und Mädchen genau im Blick zu behalten: "Hier haben wir in Niedersachsen zwar noch kein Problem, aber in zahlreichen Ländern gibt es einen negativen Trend, was die Entwicklung des Leistungsniveaus bei Jungen angeht. Zudem müssen wir die Mädchen noch stärker ermutigen, sich im MINT-Bereich mehr zuzutrauen: Trotz zum Teil besserer Kompetenzwerte schätzen sich die Mädchen schlechter ein und trauen sich weniger zu als die Jungen. Hier müssen wir die Mädchen stärker pushen."

Im Bildungstrend 2018 wurde zum zweiten Mal das Erreichen der Bildungsstandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik im 9. Schuljahrgang des Sekundarbereichs I überprüft. Bundesweit waren hieran etwa 45.000 Schülerinnen und Schüler des 9. Schuljahrgangs aus insgesamt ca. 1.500 Schulen beteiligt. Für Niedersachsen nahmen rund 2.300 Schülerinnen und Schüler aus ca. 80 Schulen teil.

Nach der Analyse des Berichts ergeben sich für Niedersachsen drei Handlungsfelder, die verstärkt bearbeitet werden sollten:

  • Unterstützungsbedarf der Lehrkräfte, z. B. durch Fortbildungen zum Umgang mit zunehmend heterogener Schülerschaft. Diese Zunahme an Heterogenität durch Inklusion und Migration stellt die Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Zu investieren sei außerdem in die Fortbildung und Qualifizierung der fachfremd unterrichtenden Lehrkräfte sowie der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. In Niedersachsen ist die Unterstützung von fachfremd unterrichtenden Lehrkräften durch Fortbildungen bereits ein bildungspolitischer Schwerpunkt.
  • Jungenförderung: Im Vergleich zu 2012 haben sich die Kompetenzmittelwerte in allen untersuchten Fächern bei Jungen verringert. Damit Jungen nicht zu Bildungsverlierern werden, sollte in Zukunft die Entwicklung der Jungen in der Schule in den Fokus genommen werden.
  • Ungünstige Leistungsentwicklung in Gymnasien: Dieser bundesweite Trend trifft vor allem in Mathematik auch auf Niedersachsen zu. Schülerinnen und Schüler an niedersächsischen Gymnasien erreichen im Fach Mathematik einen signifikant geringeren Mittelwert sowie signifikant seltener den Optimalstandard als im Bundesdurchschnitt. Insgesamt sei der Fokus auf die Basiskompetenzen zu richten. Eine entsprechend hohe Priorität hat der bildungspolitische Schwerpunkt "Förderung der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen".
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Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Kultusministerium, 18.10.2019
www.mk.niedersachsen.de

IQB-Bildungstrend 2018 www.iqb.hu-berlin.de