Fachtag: Gender Studies und Lehramt

Der Fachtag "Gender Studies und Lehramt - Innovationen in Forschung und Lehre" an der Universität Hildesheim stieß bei Studierenden auf großes Interesse. Auf Einladung des Gleichstellungsbüros und des Projekts "Männer und Grundschullehramt" stellten am 20. Juni 2019 drei Wissenschafts-Expertinnen Innovationen in Forschung und Lehre vor und gaben Impulse zur Diskussion.


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Die Referentinnen Prof. Dr. Barbara Rendtorff, Prof. Dr. Britta Hoffarth und Dr. Andrea Bossen und Tim Janowski, Koordinator des Projekts "Männer und Grundschullehramt". Foto: Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.


Prof. Dr. Barbara Rendtorff, Goethe-Universität Frankfurt, ging in ihrem Vortrag "Schule, Geschlecht und Lehramtsstudium" auf die unterschiedlichen wissenschaftlichen Haltungen zur Frage der Thematisierung oder De-Thematisierung von Geschlecht im Unterricht ein. Wichtig sei es, der Thematisierung von Geschlecht im Unterricht nicht auszuweichen, so die Wissenschaftlerin. Schule müsse die Thematik allerdings präsent machen, ohne sie auf Benachteiligungen zu reduzieren. Lehrkräfte sollten ein Bewusstsein für die Wirkung von Geschlechterbildern haben, um Schülerinnen und Schüler in geeigneter Weise darauf ansprechen zu können.


Dr. Andrea Bossen, Universität Halle-Wittenberg, stellte eine empirische Studie zu Pädagogik und Geschlecht im mono- und koedukativen Unterricht vor. Die Ergebnisse zeigten, dass Genderkompetenz und professionelle Handlungskompetenz als Schlüsselqualifikation im Unterricht und für eine inklusive Lehrer*innenbildung anzusehen seien, so die Forscherin.


Prof. Dr. Britta Hoffarth, Stiftung Universität Hildesheim, wies bei ihrem Vortrag zum Thema "Online Hate Speech und Geschlecht" auf die enge Verknüpfung der Online-Kommunikation mit dem nicht-virtuellen Raum hin. Die pädagogische Praxis stehe den Wirkungen von "digitalen Verletzungen" in Form von Hate-Speech und Cybermobbing häufig hilflos gegenüber. Die Unsicherheit bei Eltern sei ebenfalls groß. Viele Lehrkräfte unterschätzten die Relevanz des Themas, seien jedoch auch selbst davon betroffen. Sie empfiehlt die Entwicklung von Regelwerken, in denen dargelegt werde, wie Gemeinschaft auf der Ebene der Schule gestaltet sein solle. In der Interaktion müsse deutlich werden, wer betroffen, privilegiert oder benachteiligt sei und welche Rolle das Geschlecht dabei spiele. Risiken, Möglichkeiten und Effekte des Handelns im Netz müssten benannt und Unterstützungsstrukturen für den Krisenfall geschaffen werden.


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