Regionalworkshop | 'Lesen Jungen anders - und was bedeutet das für den Unterricht?'

Regionalworkshop-Lesefoerderung_MK_Oldenburg_26-11-13Wie können Jungen in ihrer Lesemotivation gestärkt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Regionalworkshops "Lesen Jungen anders – und was bedeutet das für den Unterricht?" am 26. November 2013 im Neuen Gymnasium Oldenburg. Drei Referentinnen der Akademie für Leseförderung Niedersachsen hatten dazu jede Menge Lesestoff, Unterrichtsanregungen und Projektbeispiele mitgebracht. Auch die Kreativität der teilnehmenden Lehrkräfte war gefordert.


Den Blick auf Besonderheiten von Jungen zu richten und sie ebenso wie die Mädchen in ihrer Individualität zu stärken ist das Anliegen der Tagungsreihe "Auch Jungen wollen können – Bausteine für eine gendersensible Schul- und Unterrichtsentwicklung", wie Dr. Andreas Müller vom Niedersächsischen Kultusministerium in seiner Begrüßung betonte.


Das Selbstbild von Jungen spielt bei ihrer Lernmotivation eine große Rolle, führte anschließend Olaf Jantz von mannigfaltig e.V. , Institut für Jungen- und Männerarbeit, aus. Die Akzeptanz in der Peer Group sei für sie besonders wichtig.


Das trifft auch auf die Lesemotivation zu, hat Karola Penz von der Akademie für Leseförderung Niedersachsen erfahren. Jungen lesen gern, wenn es einen Nutzen für sie hat, sie mögen spannende Geschichten und Wettbewerbselemente. Medial vermittelte Texte und Inhalte nehmen sie besonders interessiert an. Dennoch sollte eine genderorientierte Leseförderung Geschlechterunterschiede nicht verfestigen, sondern hinterfragen, und Jungen wie Mädchen gleichermaßen einbeziehen.


Welche besonderen Wege der Leseförderung im Unterricht möglich sind, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen. Neben jeder Menge Buchtipps konnten sie auch methodische Anregungen mitnehmen: Das Projekt "1:0 für´s Lesen" etwa kombinierte während einer Klassenfahrt Lese- und Bewegungsspiele rund um das Thema Fußball. Eine beinah sportliche Übung ist auch das "Partnerlesen", das vor allem den Lesefluss fördert. Auch ein Lesetheater oder Book-Slams, mit denen Bücher in Kurzform vorgestellt werden, kommen als Verbindung von Lese- und Bewegungsförderung den Bedürfnissen vieler Kinder entgegen.


Workshop-Lesefoerderung_Oldenburg_26-11-13_OTTODass auch medienintegrative Leseförderung im Unterricht mit vertretbarem Aufwand möglich ist, zeigte das Ergebnis der Arbeitsgruppe, die sich mit Comics und Medien befasste. Innerhalb kurzer Zeit entstanden dort mithilfe einer Digitalkamera und vieler Spielfiguren kreative Fotogeschichten (links zwei Fotos zum Gedicht "OTTOS MOPS" von Ernst Jandl).


Die engagierte abschließende Diskussion zeigte unter anderem, dass Leseförderung erfolgreich ist, wenn sie sowohl im Selbstverständnis einer Schule verankert ist, etwa in Form von festen Angeboten wie Schulbibliotheken, als auch im pädagogischen Alltagshandeln.


Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen bietet Fortbildungen und Seminare für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und ehrenamtlich in der Leseförderung Tätige an. Veranstaltet wurde der erste Regionalworkshop vom Kompetenzzentrum Universität Oldenburg - Oldenburger Fortbildungszentrum.


Fotos: Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. / Akademie für Leseförderung Niedersachsen


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Akademie-fuer-Lesefoerderung

Die Website der Akademie für Leseförderung Niedersachsen bietet Informations- und Unterrichtsmaterial zur Leseförderung und Projektbeispiele


Kontakt:
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Niedersächsische Landesbibliothek
Waterloostraße 8
30169 Hannover
Telefon (0511) 12 67 308
E-Mail alf@gwlb.de


www.alf-hannover.de


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