Elektrotechnik auf Umwegen

Janas Weg in ein Studium der Elektrotechnik begann in Tansania. Warum sie dort war, was sie erlebt hat und wie diese Erfahrungen ihre Studienwahl bestimmt haben, beschreibt sie in ihrem spannenden Beitrag:


Jana-Kenkel_privat_GY-In-der-W-150pxIch heiße Jana und habe 2015 mein Abitur am Gymnasium "In der Wüste" in Osnabrück gemacht. Wie viele andere hatte ich da noch keine Ahnung, wie es beruflich weitergehen sollte. Die einzige Idee war: Irgendwas mit Umwelt studieren. Und zuallererst einmal weg und etwas von der Welt sehen.


Ich habe mich also informiert, welche Möglichkeiten es neben Au-Pair, Work&Travel etc. gibt und bin auf "weltwärts" gestoßen. Das ist ein vom Bundesministerium für entwicklungspolitische Zusammenarbeit geförderter Freiwilligendienst, mit dem es für ein Jahr in ein Land des globalen Südens geht. Ich bewarb mich und wurde glücklicherweise bei der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft angenommen, und wenige Monate nach dem Abitur ging es für mich in den Süden Tansanias.


Dort habe ich bei einer Gastfamilie gelebt und war bei einer kleinen lokalen Organisation, bei der ich bei verschiedensten Projekten zu Menschenrechten, Naturschutz, Erneuerbaren Energien usw. mitarbeiten durfte. Das Jahr hat mich sehr geprägt. Der eine Schwerpunkt lag darauf, die fremde Kultur kennenzulernen, und sich bewusst zu werden über die eigene Kultur, die eigene Hautfarbe und die eigenen Privilegien, was durch pädagogische Begleitung und Seminare unterstützt wurde. Der andere lag darauf, das Arbeiten und die verschiedenen Projekte einer Nicht-Regierungs-Organisation kennenzulernen. Besonders gut hat mir ein Kleinprojekt zu Solarlampen gefallen. Ich habe gemerkt, welches Potential dahintersteckt, und wie viel auch verbesserungswürdig ist.


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Das hat mich auf die Idee gebracht, Elektrotechnik zu studieren, um später mit Erneuerbaren Energien arbeiten zu können und somit meine mathematischen Fähigkeiten nutzen zu können, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Jetzt studiere ich im zweiten Semester Elektrotechnik am Karlsruher Institut für Technologie und bin bisher sehr glücklich mit meiner Entscheidung.


Für mich war es wichtig, nach dem Abi nicht einfach loszustudieren, sonders erst mal etwas Praktisches auszuprobieren und über den Tellerrand zu schauen, um herauszufinden, was mich interessiert und was ich mir als Beruf vorstellen kann. Ich denke, dafür sind Freiwilligendienste, Praktika, Minijobs etc. nach dem Abitur eine gute Möglichkeit.



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