Initiative 'Schule gegen sexuelle Gewalt' startet in Niedersachsen

Im Rahmen eines Fachtages ist im August 2018 auch in Niedersachsen die bundesweite Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" gestartet. Die Initiative verfolgt das Ziel, dass die mehr als 30.000 Schulen in Deutschland Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt entwickeln.


"Wir müssen alle gemeinsam dafür Sorge tragen, dass unsere Schulen Orte sind, in denen die Kinder und Jugendlichen sicher und angstfrei aufwachsen können. Die konsequente Umsetzung der Null-Toleranz gegen jede Form von Gewalt sollte dabei immer handlungsleitend sein. Die Themen sexuelle Gewalt bzw. Missbrauch müssen noch stärker in das Bewusstsein aller in Schulen Handelnden gelangen und wir müssen gemeinsam Handlungsstrategien zur Prävention entwickeln", erklärte Kultusminister Grant Hendrik Tonne bei der Eröffnung des Fachtages.


Präventions- und Interventionshandeln in pädagogischen Institutionen ist seit 2010 durch die Berichte von Opfern sexueller Übergriffe in Institutionen immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Mit der Initiative 'Schule gegen sexuelle Gewalt' können Schulen einerseits zu Orten werden, an denen betroffene Schülerinnen und Schüler Hilfe finden, und gleichzeitig dafür sorgen, dass Missbrauch in der Schule selbst keinen Raum hat. Kernelement einer effektiven Prävention ist dabei die Erarbeitung eines für die jeweilige Schule passgenauen Schutzkonzeptes vor sexueller Gewalt einerseits und dem Zugang zu verlässlicher Hilfe für Betroffene andererseits.


Auf den Weg gebracht wurde die Initiative vom Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig: "Die Initiative unterstützt Schulen dabei, nicht zum Tatort zu werden, und stärkt Schulen auf dem Weg, Schutzort zu sein, wo Kinder Hilfe und Unterstützung finden. Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass statistisch in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind. Sie erleiden sexuelle Gewalt meist in der eigenen Familie, bei Freizeitbeschäftigungen, durch Gleichaltrige oder mittels digitaler Medien. Sie brauchen in ihrer Schule kompetente Ansprechpersonen, die ihre Signale erkennen und wissen, was sie bei Vermutung oder Verdacht tun können. Kinderschutz braucht das verbindliche Engagement aller. Ich danke den Kultusbehörden der Länder, der GEW, dem VBE sowie den Lehrerverbänden und dem Bundeselternrat, dass sie die Initiative 'Schule gegen sexuelle Gewalt' unterstützen. Mein besonderer Dank gilt den Schulen, die sich trotz ihrer vielfältigen Belastungen dafür engagieren, dass der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt bei ihnen zum gelebten Schulalltag wird."


Kultusminister Tonne begrüßt die Initiative als wichtige Ergänzung und Unterstützung bereits bestehender Präventivangebote. Die meisten niedersächsischen Schulen hätten bereits vielfältige Programme oder Maßnahmen zur Vermittlung von Kinderrechten und zur Gewalt- oder Suchtprävention. Daran könne ein Schutzkonzept, das besonders sexuellen Missbrauch in den Blick nimmt, anknüpfen.


Schulen seien für den Schutz vor sexueller Gewalt ein bedeutender Ort, weil nur hier alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können. Zudem seien erfolgreiche Bildung und Kinderschutz untrennbar miteinander verknüpft.


In Niedersachsen gibt es seit dem Jahr 2012 als erstem und bisher einzigem Bundesland die unabhängige "Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung in Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder". Die Anlaufstelle berät sowohl betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern als auch Schulleiterinnen, Schulleiter, Lehrkräfte und die pädagogischen Fachkräfte in Schulen und Kindertagesstätten.


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Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter, Dorina Kolbe vom Betroffenenrat und Kultusminister Grant Hendrik Tonne beim Fachtag in Hannover

Foto: Niedersächsisches Kultusministerium, Fender

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Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Kultusministerium vom 16. August 2018
www.mk.niedersachsen

Handreichung für die Schulpraxis:


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Umgang mit sexuellen Grenzverletzungen in niedersächsischen Schulen (PDF Download)

Kontakt
Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung in Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder
Telefon: (0511) 120-71 20
E-Mail anlaufstelle@mk.nieder
sachsen.de


weitere Informationen und Materialien zum Thema Kinderschutz für Betroffene, Eltern und Fachkräfte finden Sie im Niedersächsischen Kinderschutzportal www.kinderschutz-niedersachsen.de