Junge Oper Hannover: Iphis - turbulente Oper rund um Rollen- und Geschlechterbilder

Iphis-PostkarteDie Junge Oper Hannover hat im Frühjahr 2019 "Iphis" - eine turbulente Familienkomödie rund um Rollen- und Geschlechterbilder für Jugendliche ab 13 Jahren - auf die Bühne gebracht. Zur Vertiefung des Themas im Unterricht konnten Gender-Workshops gebucht werden. Auch musiktheaterpädagogisches Begleitmaterial wurde angeboten.


Zur Oper Iphis
Mädchen kosten Geld. Mädchen dürfen nicht arbeiten und werden irgendwann schwanger. Mädchen bringen einen Mann ins Grab – so einfach ist die Rechnung von Lidgus, einem werdenden Vater. Hochschwanger ist seine Frau, Telethusa, und er wünscht sich nichts sehnlicher als einen Sohn. Sollte Telethusa ein Mädchen zur Welt bringen, sieht Lidgus in Anbetracht der finanziellen Konsequenzen nur einen Ausweg für das Neugeborene: es zu töten.

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Bloß kein Mädchen: Lidgus (Uwe Gottswinter) lässt seine Wut über den Gedanken an eine Tochter an Telethusa (Marlene Gaßner) aus.
© Thomas M. Jauk / Stage Picture

Doch wer eine solch eigennützige Rechnung über ein Menschenleben aufmacht, darf sie nicht ohne die Götter machen – die in diesem Falle durchaus einen hintersinnigen Humor an den Tag legen: Als Lidgus sie auf Anraten seiner Frau anruft mit der Bitte, ihm einen Sohn zu schenken, weisen die Götter ihn aufgrund seiner bisher mangelnden Gebetsfrequenz zurück und mischen sich nicht in die Geschlechterfrage seines Nachwuchses ein.

Und so kommt es: Ein Mädchen wird geboren, erhält den Namen Iphis und wird von allen für einen Jungen gehalten. "Er" entwickelt sich zu einem ausgesprochen intelligenten "Jungen", wird des Vaters ganzer Stolz. Schließlich verheißt der aufgeweckte "Sohn" als gute Partie eine Heirat in eine wohlhabende Familie hinein. Tatsächlich findet Lidgus die passende Braut für Iphis: Ianthe kommt aus reichem Hause, und obendrein beobachtet er beim Kennenlernen der beiden Jugendlichen eine gegenseitige Zuneigung zwischen Iphis und Ianthe. Zufrieden beraumt Lidgus die Hochzeit an; doch ahnt er noch nichts von dem großen Durcheinander, das er mit seiner "idealen" Paarung verursacht.


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Na also: Iphis (Anna Schaumlöffel) und Ianthe (Ylva Stenberg) kommen sich näher. Hat Lidgus (Uwe Gottswinter) sein Ziel erreicht?
© Thomas M. Jauk / Stage Picture

Mit einem stark grotesk-komischen Unterton hinterfragt die usbekisch-australische Komponistin Elena Kats-Chernin in ihrer Oper traditionelle Rollen- und Geschlechterbilder und erzählt nicht ohne Liebe die Geschichte einer Familie, die sich wiederholt in absurde Situationen manövriert. Bei allem absurden Chaos, vermittelt in lustvoll zupackender Musik, stellt sich aber doch heraus: Liebe ist universal, Liebe ist menschlich und im doppelten Sinne ein göttliches Vergnügen.


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Iphis (Anna Schaumlöffel) hat erkannt: Liebende finden immer einen Weg.
© Thomas M. Jauk / Stage Picture



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Junge Oper Hannover
Eva-Maria Kösters
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